Fundobjekt

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Topf mit Bodenmarke

Gemarkung: Plauen (Plauen, Vogtlandkreis)
Datierung: Mittelalter | Spätmittelalter | 1400 - 1430 n. Chr.
Material: Irdenware
Fundgegenstand: Topf

Objektbeschreibung:
Der Standbodentopf aus brauner Irdenware wurde auf der Töpferscheibe gezogen. Das zerdrückte Gefäß mit einem mittelhohen Kragenrand konnte aus den geborgenen Fragmenten bis auf wenige Fehlstellen zusammengesetzt werden. Kräftige horizontale Drehriefen betonen die Schulter. Auf der Unterseite des leicht abgesetzten Bodens befindet sich eine Bodenmarke in Gestalt eines schwach erhabenen, einfachen Radkreuzes im flachen Relief. Solche Abdrücke stammen von kleinen Holzscheiben, die auf die Töpferscheibe gelegt und dann zusammen mit dem fertigen Gefäß abgenommen worden sind. Erst nach der Antrocknung des Tones wurde das Gefäß von der Unterlage gelöst. Die Bodenmarken sind charakteristisch für die vogtländische Keramik des späten Mittelalters.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Schloss der Vögte | PL-72

Fundstellen-Beschreibung:
Die Vögte gründeten um 1250 auf dem Bergsporn zwischen Syra und Weißer Elster eine Burg, die das Verwaltungszentrum des sächsischen Vogtlandes wurde und 1570 an die Herzöge von Sachsen gelangte. Ein Großteil der Gebäude wurde 1945 zerstört. Der Freistaat Sachsen sanierte das von 1852 bis 2007 als Gefängnis genutzte Bauensemble für die Staatliche Studienakademie Plauen. Von März 2014 bis Februar 2015 fanden Ausgrabungen auf dem Areal statt. Dabei wurden mehrere Keller untersucht.

Fundstellen-Typ:
Burg

Befund

Befund-Beschreibung:
1117: Die etwa 30 cm mächtige Brandschuttschicht in dem Keller 6 setzte gegen dessen Innenwände. Sie enthielt zahlreiche verziegelte Lehmstücke von dem darüber stehenden Fachwerkgebäude und überdeckte einen Stampflehmboden, auf dem nahe beieinander zwei zerdrückte Keramikgefäße in situ standen: ein Irdenwaretopf sowie ein Krug. Beide Gefäße weisen deutliche sekundäre Brandspuren auf. Das Brandereignis steht eventuell mit dem Hussitenüberfall auf Plauen im Jahr 1430 in Verbindung.

Scanner:
Konica Minolta VI-910 Middle 14mm | Laserscan | 0,48mm

Literatur

Jörg Wicke, Ungedr. Grabungsbericht Schloß der Vögte zu Plauen (PL-72) im LfA (Dresden 2016) IX Abb. unten und 49.
Walter Bachmann, Das alte Plauen. Ein Beitrag zur Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmale (Dresden 1954) 51–71.
Gerhard Billig, Mittelalterliche Wehranlagen am Elsterknie zwischen Plauen und Oelsnitz im Vogtland. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 11/12, 1963, 186 f. Abb. 81, 92 f. Abb. 11 und 359–361 Abb. 67.
Jörg Wicke/Alexander Heckendorff/Thies Evers/Marcel Dallinger/Stefan Krabath, Das Schloss der Vögte in Plauen. Archäologische Bauforschung im neuen kulturellen Zentrum. Archæo 11, 2014, 6; 9.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AAS:00323072

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