Fundobjekt

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Porzellanteller mit Frauenmedaillon

Gemarkung: Dresden Altstadt I (Dresden, Dresden Stadt)
Datierung: Neuzeit | späte Neuzeit | 1860 - 1880 n. Chr.
Material: Porzellan
Fundgegenstand: Teller

Objektbeschreibung:
Der unversehrt erhaltene Porzellanteller besitzt einen geschweiften Rand, der von einer dünnen goldenen Linie eingefasst wird. Die Fahne ist mit einem Rapport aus vegetabilen Elementen in Weiß und Gold bemalt. In dem durch einen breiten Goldstreifen eingefassten Spiegel ist die antikisierende Büste einer Frau im Profil dargestellt (Queen Victoria?). Die Haare sind zu einem Knoten aufgesteckt und werden durch ein schmales Band mit einer Schleife am hinteren Ende gehalten. In dem Band steckt oberhalb des Ohres ein kleiner Lorbeerzweig mit mehreren Früchten. Den Hals umschließt locker ein Tuch aus einem leichten Gewebe. Das aufgelegte Reliefmedaillon besteht aus doppelt gebranntem, unglasiertem Biskuit-Porzellan mit matter Oberfläche. Auf der Unterseite des Tellers sind die beiden gekreuzten Meißner Schwerter mit verdickten Griffknäufen, ohne Beizeichen, in unterglasurblauer, verwaschener Farbe aufgemalt. Diese Marke wurde von etwa 1860 bis 1924 verwendet.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Ringstraße 25 | DD-19

Fundstellen-Beschreibung:
Auf dem Areal liegen die unterirdischen Reste der mittelalterlichen bzw. renaissancezeitlichen Stadtbefestigung, die im frühen 19. Jahrhundert abgebrochen worden ist. Anschließend wurde das Quartier mit Wohnhäusern bebaut. Die Reste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude wurden beräumt und auf dem Gelände ein kleiner Park angelegt. Im Mai 1995 wurde im Vorfeld der Errichtung einer Tiefgarage für das benachbarte Hotel „Gewandhaus Dresden“ das Grundstück archäologisch untersucht.

Fundstellen-Typ:
Stadtkern

Befund

Befund-Beschreibung:
1: Der Bauschutt des kriegszerstörten Quartiers ist bei der Beräumung in die Keller verfüllt worden.

Scanner:
Konica Minolta VI-910 Tele 25mm | Laserscan | 0,22mm

Literatur

Waltraud Neuwirth, Meißener Marken. Original, Imitation, Verfälschung, Fälschung (Wien 1980) 89 f.
Hermann Jedding, Meißener Porzellan des 19. und 20. Jahrhunderts. 1800–1933 (München 1981) 90 f. Abb. 97–98.
Wilhelm Siemen, Bildnisse für die Ewigkeit: Porträttassen. Die Sammlung Eva Heine im Deutschen Porzellanmuseum. Schriften und Kataloge des Deutschen Porzellanmuseums 55 (Hohenberg 1998) 114 f. Kat. 101–102.
Dieter Gielke, Meissener Porzellan des 18. und 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Sammlung des Grassimuseums Leipzig/Museum für Kunsthandwerk (Leipzig 2003) 207 Kat. 394.
Robert E. Röntgen, Deutsche Porzellanmarken von 1710 bis heute (München 2004) 234 f.
Birgit Finger, Meissen für jedermann! Porzellan für Reisende und Feste. In: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten (Hrsg.), Kunst oder Kommerz? Meissener Porzellan im 19. Jahrhundert (Dresden 2010) 69 Abb. 17b; 19.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AAS:00064395

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