Fundobjekt

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Knochenpfeife

Gemarkung: Plauen (Plauen, Vogtlandkreis)
Datierung: Mittelalter | Spätmittelalter | 1350 - 1500 n. Chr.
Material: Knochen
Fundgegenstand: Musikinstrument, Flöte

Objektbeschreibung:
Die Flöte ist aus dem gelenknahen Abschnitt eines dünnwandigen Röhrenknochens gearbeitet, der vermutlich von einem Vogel stammt. Die beiden Enden sind glatt abgeschnitten; das breitere Ende ist teilweise ausgebrochen. Das Instrument weist auf der flachen Oberseite lediglich eine einzelne, etwa halbkreisförmige Öffnung ungefähr in der Mitte auf. Es wird als „Lockpfeife“ bezeichnet. Wahrscheinlich handelt es sich aber um das nachgearbeitete Fragment einer mittelalterlichen Kernspaltflöte.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Amtsberg / Schlossberg, Hangstützmauer | PL-80

Fundstellen-Beschreibung:
Die Vögte gründeten um 1250 auf dem Bergsporn zwischen Syra und Weißer Elster eine Burg, die das Verwaltungszentrum des sächsischen Vogtlandes wurde und 1570 an die Herzöge von Sachsen gelangte. Ein Großteil der Gebäude wurde 1945 zerstört. Anlässlich der Sanierung der Hangstützmauern im Zwingerbereich fanden von April bis Juni 2016 Ausgrabungen bzw. Notbergungen statt.

Fundstellen-Typ:
Burg

Befund

Befund-Beschreibung:
1515: Die planierte Brandschuttschicht zieht über die Abbruchkante eines Mauerfundamentes hinweg. Die Schicht enthielt zahlreiche größere Holzkohlestücke, jedoch keinen verziegelten Lehm.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,04mm

Literatur

Christine Brade, Die mittelalterlichen Kernspaltflöten Mittel- und Nordeuropas. Ein Beitrag zur Überlieferung prähistorischer und zur Typologie mittelalterlicher Kernspaltflöten. Göttinger Schriften zur Ur-und Frühgeschichte 14 (Neumünster 1975).

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AKode:PL-80,

Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Thomas Reuter“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.

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