Fundobjekt

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Reichstaler

Gemarkung: Plauen (Plauen, Vogtlandkreis)
Datierung: Neuzeit | frühe Neuzeit | 1623 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:
Bei der Silbermünze handelt es sich um einen Reichstaler. Die Vorderseite zeigt im Mittelfeld die Büste des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen im Harnisch. In der rechten Hand hält er das Kurschwert, dessen Spitze nach oben über die Schulter ragt. Die nach unten weisende Linke hält den bebuschten, zum Teil außerhalb des Bildfeldes befindlichen Helm mit dem offenen Visier nach vorne. Die Umschrift lautet: „IOHAN(nes) : GEORG(ius) : D(ei) . G(ratia) . DUX SAX(oniae) IVL(iae) : CLIV(viae) : ET MONTI(um) : [Reichsapfel]“. Auf der Rückseite ist im Mittelfeld das 18teilige Wappen der albertinischen Kurfürsten von Sachsen dargestellt, in dem etwas größeren zentralen Feld die beiden gekreuzten Kurschwerter. Darüber sind sechs Helme mit Helmzier angeordnet. Umschrift: „SA(cri) : ROM(ani) : IMP(erii) : ARCHIM(arschallus) : ET ELECT(or) [Münzzeichen Schwan] 16 / 23“.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Unterer Komturhof | PL-03

Fundstellen-Beschreibung:
Die Vögte von Plauen stifteten um 1220 eine Komturei des Deutschen Ordens, die 1544 säkularisiert wurde. Die später im Unteren Komturhof östlich der Johanniskirche, am Hang zur Syra, errichteten Wohngebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Diakonische Werk Plauen errichtete auf dem Gelände ein Altenpflegeheim. Im Vorfeld fanden von Juni 1994 bis März 1995 Ausgrabungen auf dem Areal statt. Dabei wurde das unter dem Kellerfußboden vergrabene Keramikgefäß mit dem Münzhort geborgen.

Fundstellen-Typ:
Münzhort

Befund

Befund-Beschreibung:
532: Das eingedrückte Schatzgefäß, ein innenglasierter Topf, der mit einem Knaufdeckel verschlossen war, wurde in einer sandig-schluffigen Bauschuttplanierung vergraben, die Backstein- und Diabas-Stücke enthielt. Der Verberger des wohl 1633 versteckten Münzhortes wurde möglicherweise ein Opfer der in eben diesem Jahr in Plauen grassierenden Pest. Der Fundkomplex umfasst 569 Münzen von etwa 1475 bis 1632.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Walter Bachmann, Das alte Plauen. Ein Beitrag zur Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmale (Dresden 1954) 72–91.
Roger Paul, Der Münzschatzfund Plauen/Komturhof von 1994. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 43, 2001, 183 Nr. 281.
Wieland Clauß/Helmut Kahnt, Die sächsisch-albertinischen Münzen. 1611 bis 1694 (Regenstauf 2006) 121 Nr. 156.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AKode:PL-03,

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