Fundobjekt

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Reichstaler

Gemarkung: Plauen (Plauen, Vogtlandkreis)
Datierung: Neuzeit | frühe Neuzeit | 1596 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:
Bei der Silbermünze handelt es sich um einen Reichstaler aus der Münzstätte Dresden. Die Vorderseite zeigt in dem von einem schmalen Lorbeerkranz eingefassten Mittelfeld die Hüftbilder des späteren Kurfürsten Christian II. von Sachsen und der späteren Herzöge Johann Georg und August von Sachsen, darüber die Jahreszahl „15 / 96“. Die drei minderjährigen Brüder, die 1591 bis 1601 unter der Vormundschaft Friedrich Wilhelms I. von Sachsen-Weimar standen, sind in höfische Tracht mit Mühlsteinkragen und (Perlen-) Ketten gekleidet. Umschrift: „CHRISTIAN(us) . IOHAN(nes) : GEORG(ius) . ET . AUGUSTUS [Reichsapfel]“. Auf der Rückseite ist im Mittelfeld das 18teilige Wappen der albertinischen Kurfürsten von Sachsen dargestellt, im größeren zentralen Feld die beiden gekreuzten Kurschwerter. Darüber sind drei Helme mit Helmzier angeordnet. Zwischen den beiden rechten Helmen ist das ligierte Münzzeichen „HB“ angebracht. Umschrift: „FRAT(res) : ET . DV/CES . SAXON(iae) :“.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Unterer Komturhof | PL-03

Fundstellen-Beschreibung:
Die Vögte von Plauen stifteten um 1220 eine Komturei des Deutschen Ordens, die 1544 säkularisiert wurde. Die später im Unteren Komturhof östlich der Johanniskirche, am Hang zur Syra, errichteten Wohngebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Diakonische Werk Plauen errichtete auf dem Gelände ein Altenpflegeheim. Im Vorfeld fanden von Juni 1994 bis März 1995 Ausgrabungen auf dem Areal statt. Dabei wurde das unter dem Kellerfußboden vergrabene Keramikgefäß mit dem Münzhort geborgen.

Fundstellen-Typ:
Münzhort

Befund

Befund-Beschreibung:
532: Das eingedrückte Schatzgefäß, ein innenglasierter Topf, der mit einem Knaufdeckel verschlossen war, wurde in einer sandig-schluffigen Bauschuttplanierung vergraben, die Backstein- und Diabas-Stücke enthielt. Der Verberger des wohl 1633 versteckten Münzhortes wurde möglicherweise ein Opfer der in eben diesem Jahr in Plauen grassierenden Pest. Der Fundkomplex umfasst 569 Münzen von etwa 1475 bis 1632.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Walter Bachmann, Das alte Plauen. Ein Beitrag zur Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmale (Dresden 1954) 72–91.
Roger Paul, Der Münzschatzfund Plauen/Komturhof von 1994. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 43, 2001, 182 Nr. 253, 189 Abb. 6,253.
Claus Keilitz/Helmut Kahnt, Die sächsisch-albertinischen Münzen. 1547 bis 1611 (Regenstauf 22014) 147 Nr. 186.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AKode:PL-03,

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