Fundobjekt

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Zweiteilige Blattbügelfibel, Fragment

Gemarkung: Laubegast (Dresden, Dresden Stadt)
Datierung: Bronzezeit | mittlere Lausitzer Kultur (Ha A2/B1) | 1100 - 950 v. Chr.
Material: Bronze
Fundgegenstand: Fibel

Objektbeschreibung:
Breites, rhombisches Blech, das den Bügel einer Blattbügelfibel repräsentiert. Das leicht beschädigte Stück war bei der Auffindung zusammengerollt und wurde bei der Restaurierung zur ursprünglichen Form aufgebogen und dabei entpatiniert, sodass heute der helle Goldton einer wohl realtiv hoch legierten Bronze sichtbar ist. Die Drahtspiralen an den beiden Enden des Bügels sind abgebrochen. Auf welcher Seite die Nadelhalterschlaufe bzw. die Endspirale mit eingehängter Nadel lokalisiert war, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass eine der beiden Spiralen noch während der Nutzungszeit abgebrochen war, da es an einem Ende der Platte eindeutige Hinweise auf Reparaturen mit einem eingefügten schmalen Blechstreifen gibt. Die Flickung sollte den Nadelhalter oder die Einhängung für die Fibelnadel ersetzten. Das Stück ist auf der Schauseite mit feinen Linien und Linienbündeln, die teilweise von gereihten halbmondförmigen Punzen gesäumt sind, verziert. Das symmetrische, dreiteilige Muster zeigt im Mittelfeld ein Sanduhrmotiv und zu den ehemaligen Spiralen hin Dreiecke. Eine Punzung mit feinen Perlbuckeln, die das Ornament aufgreift und von der Rückseite aus erfolgte, sollte die Zier auf der Schauseite vermutlich nur vorbereiten und die Oberfläche etwas konturieren. Das Stück gehört zur Formengruppe der Spindlersfelder Fibeln.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Kiesgrube Knobloch

Fundstellen-Beschreibung:
Die Fundstelle befindet sich in einem größeren Siedlungsareal der jüngeren Bronzezeit auf einer länglichen Sanddüne, die vor ihrer Beseitigung inselartig aus der Niederung des Elbealtarms im Bereich der Dresdner Stadtteile Dobritz und Laubegast ragte. Von dort sind neben Siedlungsbefunden und Gruben mit zahlreichen Funden weitere Depotfunde vor allem der jüngeren Bronzezeit bekannt geworden.

Fundstellen-Typ:
Depotfund

Befund

Befund-Beschreibung:
Das Depot (Fund 245) wurde am 4.5.1945 in einem 80 cm großen und 60 cm tiefen Befund im Bereich der Sandgrube entdeckt. Die Bronzen lagen in und neben einem Keramikgefäß, das zerscherbt geborgen werden konnte. Neben dem Hortfund befanden sich in der Grube noch weitere Keramikscherben von verschiedenen Gefäßen und wenige Reste von Hüttenlehm.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,06mm

Literatur

Wilhelm Albert von Brunn, Mitteldeutsche Hortfunde der jüngeren Bronzezeit. Römisch-germanische Forschungen 29 (Berlin 1968) 316 Taf. 45–48.
Werner Coblenz, Einige alte und neue Funde aus Sachsen, 3. Zwei neue reiche Bronzefunde von Dresden-Laubegast. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 3, 1953, 112 Abb. 4,1.
Werner Coblenz, Zur Fibel aus dem Bronzefund 245 von Dresden-Laubegast. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 16/17, 1967, 129–138.
Werner Coblenz, Reiche Bronzefunde von der Lausitzer Siedlung Dresden-Dobritz/Laubegast. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18 (Berlin 1988) 210–214.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00061869

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