Fundobjekt

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Längliche Perle

Gemarkung: Zauschwitz (Pegau, Leipzig)
Datierung: Neolithikum | Linienbandkeramik | 5300 - 5000 v. Chr.
Material: Spondylusmuschel
Fundgegenstand: Perle

Objektbeschreibung:
Vermutlich aus dem Schloss einer Spondylusmuschel gefertigte walzenförmige Perle mit zentraler Durchbohrung. Die Enden sind leicht abgeschrägt, was die aufgefädelte Perle an die Krümmung der Kette anpasst. Die länglichen Perlen bildeten das Mittelstück des Halsschmuckes. Spondylusmuscheln waren während der Bandkeramik ein beliebtes Schmuckelement und bezeugen weitreichende Fernkontakte, die von Mitteldeutschland bis zu den Küsten der Meere im Süden und Südosten Europas reichten. Stachelausternschmuck findet sich vor allem in Frauengräbern, die vorliegende Kinderbestattung stellt eine Besonderheit dar.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Neue Grube | PEG-10

Fundstellen-Beschreibung:
Bedeutende multikulturelle Fundstelle mit Nachweisen von der Bandkeramik bis ins Frühmittelalter. Die Bestattung lag im Südteil der Grabungsfläche und wurde am 15./16.9.1959 geborgen.

Fundstellen-Typ:
Flachgrab/Flachgräberfeld mit Körpergräbern

Befund

Befund-Beschreibung:
Grab 34 (XXXIV/1959): Nordwest-südost-orientierte, auf der linken Seite liegende Hockerbestattung in einer ovalen Grube mit Kopf im Südosten und Blick nach Südwesten. Die Beine waren stark angewinkelt und die Arme sowie Hände befanden vor der Brust bzw. dem Gesicht. Der anthropologischen Untersuchung zufolge handelt es sich bei dem verstorbenen Individuum um ein rund zehnjähriges Kind, vermutlich ein Mädchen.

Fundzusammenhang:
Die Kette aus acht Muschelperlen befand sich im Bereich des Halses.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,05mm

Literatur

Stefanie Bergemann, Zauschwitz (Landkreis Leipzig). Siedlungen und Gräber eines neolithischen Fundplatzes. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 314 (Bonn 2018) 196.
Alfred Neugebauer/Werner Coblenz, Hockergrab mit Spondylusschmuck aus Zauschwitz, Kr. Borna. Ausgrabungen und Funde 5, 1960, 65–68.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00301390

Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Thomas Reuter“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.


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