Fundobjekt

DE | EN

Denar, Trajan

Gemarkung: Schwepnitz (Schwepnitz, Bautzen)
Datierung: Römische Kaiserzeit | jüngere Römische Kaiserzeit | 65 - 164 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:
Nach rechts blickendes, bekränztes Herrscherporträt des römischen Kaisers Traianus (98–117 n. Chr.) mit deutlich ausgeprägten Gesichtsmerkmalen, Ansatz des Oberkörpers und der Inschrift IMP[ERATOR] TRAIANO AVG[GVSTVS] GER[MANICVS] DAC[ICVS] P[ONTIFEX] M[AXIMVS] TR[IBVNICIA] P[OTESTATE]. Die Rückseite zeigt die Darstellung eines großen behelmten, nach links schreitenden Kriegers, der als Kriegsgott Mars identifiziert werden kann. In den Händen hält er ganz in klein wohl die Siegesgöttin Victoria sowie ein Tropaion, ein aus Stangen bestehendes Gerüst, auf dem die Waffen der unterlegenen Feinde drapiert waren. Dazu kommt die Inschrift CO[N]S[VL] V P[ATER] P[ATRIAE] S[ENATVS] P[OPVLVS]Q[VE] R[OMANVS] OPTIMO PRINC[IPI] mit einem Verweis auf die erweiterte Titulatur und die durch den Senat und das Volk von Rom verliehene Ehrenbezeichnung als „bestem Herrscher“. Über das fünfte Konsulat kann die Prägezeit der Münze auf die Jahre zwischen 103 und 112 n. Chr. eingegrenzt werden. Das Stück zeigt vor allem auf der Vorderseite Abnutzungsspuren. An der Profillinie des Gesichts kann ein Prägefehler identifiziert werden, da der Schrötling offensichtlich zweimal in die Form geschlagen wurde. Der Denarius war lange Zeit die wichtigste Silbermünze im Römischen Reich und besaß einen mittleren Wert, der etwa dem Tageslohn eines Arbeiters bzw. eines Legionärs entsprach. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. setzte ein deutlicher Wertverfall ein, der sich in der Abnahme des Silbergehaltes manifestierte.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Johns Sandgrube, Kiesgrube südsüdöstlich des Ortes

Fundstellen-Beschreibung:
Am 30.7.1985 im Bereich des leicht nach Westen abfallenden Hangs zur Wasserstrichaue durch spielende Schüler nahe der Abbaukante des Kieswerks gefunden.

Fundstellen-Typ:
Münzhort

Befund

Befund-Beschreibung:
Rund 20 cm unter der Oberfläche befanden sich die insgesamt 121 Silberdenare in einem ca. 30 x 30 cm großen, grün gefärbten Bereich zu einem Klumpen verbacken.

Fundzusammenhang:
Das Depot setzt sich aus Münzen vor allem der älteren Kaiserzeit zusammen. Die älteste Münze ist Kaiser Nero (54–68 n. Chr.) zuzuweisen. Vornehmlich vertreten sind Prägungen der Kaiser Vespasian, Domitian, Trajan und Hadrian. Die Schlussmünze repräsentiert ein um 163/164 n. Chr. geprägter Denar des Kaisers Mark Aurel (161–180 n. Chr.). Mit der Niederlegung des Fundes kann somit erst zu Beginn der jüngeren Römischen Kaiserzeit gerechnet werden.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Elmar Meyer, Der Fund römischer Denare von Schwepnitz, Kr. Kamenz. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18 (Berlin 1988) 276–278.
Elmar Meyer/Paul Arnold, Der Denarfund von Schepnitz, Kreis Kamenz. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 32, 1988, 26 (Nr. 78) Taf. 6; 7.
Reinhard Spehr, Die römischen Münzfunde von Schwepnitz und Jesau bei Kamenz. Veröffentlichungen des Museums der Westlausitz Kamenz 20, 1998, 3–22.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00268767

Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Cornelia Pönitz“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.


schwepnitz-d3021-85_00268777