Fundobjekt

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Grabplatte der Anna Magdalena Kegeler

Gemarkung: Dresden Altstadt I (Dresden, Dresden Stadt)
Datierung: Neuzeit | frühe Neuzeit | 1612
Material: Stein
Fundgegenstand: Grabstein

Objektbeschreibung:
Die rechteckige Grabplatte aus Sandstein besitzt Abmessungen von 1,73 m zu 0,82 m und eine Stärke von 21 cm; das Gewicht beträgt 502 kg. In dem leicht vertieften Feld ist im flachen Relief das Bildnis der aufrecht stehenden Verstorbenen in Frontalansicht wiedergegeben. Die Augen sind geöffnet, die Hände über dem Bauch ineinander verschränkt. Die Frau trägt einen bis zum Boden reichenden Rock, einen langen, plissierten Mantel und ein breites Schultertuch. Den Kopf bedeckt eine schlichte Haube mit Knoten. In den oberen Zwickeln des Feldes befinden sich zwei schräg gestellte Vollwappen: Links mit einem gehörnten Helm, im Wappenbild eine Lyra und eine Lilie; rechts mit einem geflügelten Helm, im Wappenbild eine männliche Figur, die ein Schwert über ihren Kopf hält. Auf der etwa 15 cm breiten Randleiste läuft eine einzeilige Inschrift in der zeittypischen Kapitalis um, die an der oberen Schmalseite der Grabplatte weitgehend zerstört ist: „[DIE EREN- VNDT TVGEN]DTREIC / HE FRAW MAGDALENA H(errn) : D(octoris). CASPAR KEGELERS HOFF.VND STADT / MEDI(CI) HAVSFRAW. IST SEELIGLICH / VERSTORB(en) : D(en) . 26. JULI 1612 IHRES ALTERS 37 JAIR 3 MONAT.“

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Kirchhof der Frauenkirche | DD-15

Fundstellen-Beschreibung:
Anlässlich des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche wurde von Oktober 1994 bis August 1995 auch deren Umfeld archäologisch untersucht. Dabei wurden im Bereich des ehemals zugehörigen Kirchhofes, am nördlichen Rand des heutigen Neumarkts, zahlreiche Erdbestattungen und einige gemauerte Grüfte freigelegt. Am östlichen Rand des Kirchhofes wurde im April 1995 die Gruft mit der historischen Nummer 102 untersucht, die gegen die Kirchhofmauer gesetzt war.

Fundstellen-Typ:
Gräber

Befund

Befund-Beschreibung:
2134: Die Wände der ehemals überwölbten (?) Gruft aus regelmäßig bearbeiteten Sandsteinquadern waren bis in eine Höhe von etwa 4,40 m erhalten. Die Längsachse der Gruft war von Nordwesten nach Südosten ausgerichtet; die lichte Weite des Innenraumes betrug 3,20 m zu 3,00 m.

Fundzusammenhang:
Die Grabplatten des Caspar Kegeler († 1623; Befundnummer 2133; Sonderfundnummer 369) und seiner Ehefrau Magdalena († 1612; Befundnummer 2134; Sonderfundnummer 370) waren zusammen mit einem etwa gleich großen Inschriftenstein an der südöstlichen Schmalseite der Gruft aufgestellt. Die beiden zugehörigen Körperbestattungen lagen unmittelbar davor unter dem Fußboden.

Scanner:
Konica Minolta VI-910 Wide 8mm | Laserscan | 0,86mm

Literatur

Edeltraut Weid, Ungedruckter Grabungsbericht DD-15 im LfA (Dresden 1995) 8.
Edeltraud Weid, „Keine armen Seelen“. Die Ausgrabung auf dem Frauenkirchhof in Dresden. Archäologie aktuell im Freistaat Sachsen 3, 1995, 223–225. / Dorit Gühne, Zeugnisse sepulkraler Kunst- und Kulturgeschichte der alten Dresdner Frauenkirche und ihres Kirchhofs. Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch 11, 2005, 204.
Peter Witzmann, Wiederentdeckte Grabdenkmäler vom Kirchhof der Alten Frauenkirche zu Dresden. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 53/54, 2011/2012, 502–507 Abb. 1–2.4.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AAS:00072677

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