Fundobjekt

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Rekonstruktion des Grabbefundes

Gemarkung: Niederkaina (Bautzen, Bautzen)
Datierung: Vorrömische Eisenzeit | ältere Billendorfer Kultur | 750 - 620 v. Chr.
Material:
Fundgegenstand: allg. Fundklasse Sonstiges

Objektbeschreibung:
Die 3D-Rekonstruktion des Grabbefundes zeigt die mit der Deckschale verschlossene Urne im Westen der Gefäßgruppe. Die anthropologische Untersuchung des Leichenbrands lässt darauf schließen, dass in dem Gefäß wohl eine Frau bestattet worden war. An diese Urnengruppe schließen Richtung Osten die urnennahen Beigabengefäße an. Besonders auffällig ist eine Gefäßreihe im Süden, die bis an die urnenferne Beigabengruppe reicht. Die urnennahen Gefäße werden mit Trink- und Speiseritualen sowie Trankopfern in Verbindung gebracht. Bei der urnenfernen Beigefäßgruppe, die hier an dem sanduhrförmigen Ofenmodell und den kleinen Rautöpfen erkannt werden kann, steht mehr ein häuslicher Aspekt im Vordergrund. Die beiden Keramikpackungen im Osten und Westen der Bestattung, die vermutlich Gefäße vom Scheiterhaufen repräsentieren, zeichnen in ihrer linearen Anordnung die ehemalige, aus Holz gezimmerte Grabkammer nach. Besonders interessant ist die anthropomorphe Rassel, die vermutlich nachträglich auf der bereits geschlossenen Abdeckung der Grabkammer niedergelegt worden war. Solche Befunde sind sehr selten.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Schafberg | BZ-66

Fundstellen-Beschreibung:
Großes multikulturelles Gräberfeld, das mit Bestattungen der Schnurkeramischen Kultur gegründet wurde und nahezu kontinuierlich bis ans Ende der Billendorfer Kultur belegt war. Systematische Ausgrabungen gab es zwischen den 1950er und den 1970er Jahren.

Fundstellen-Typ:
Flachgräberfeld mit Hügelgräbern: Brandgräber

Befund

Befund-Beschreibung:
Grab 1967-A/30: Ungestörtes Kammergrab in Fläche 3. Die Urne samt Deckschale und Leichenbrand lag im Westen der Bestattung. Sie war im Osten von den Beigabengefäßen der urnennahen Gruppe umgeben, die im Süden in einer Gefäßreihe bis an den urnenfernen Gefäßkomplex Richtung Osten anschloss. Im Westen und Osten gab es zwei, nordwest-südost-ausgerichtete Keramikpackungen, welche die Grabkammer andeuten. Vermutlich auf der Kammerabdeckung wurden nachträglich eine Tonrassel und Speisereste deponiert.

Scanner:
Streifenlicht | 0,13mm

Literatur

Werner Coblenz, Ein reich ausgestattetes Grab mit Klapperpuppe aus der Zeit der Billendorfer Kultur vom Schafberg Niederkaina, Kr. Bautzen. Ausgrabungen und Funde 13, 1968, 71–83.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen | AKode:BZ-66

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