Fundobjekt

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Pilgerzeichen

Gemarkung: Plauen (Plauen, Vogtlandkreis)
Datierung: Mittelalter | Spätmittelalter | 1270 - 1330 n. Chr.
Material: Metall
Fundgegenstand: Sakraler Gegenstand, Pilgerzeichen

Objektbeschreibung:
Spitzovale Plakette aus Weißmetall mit der thronenden Maria, die auf einem Stuhl mit gepolsterten Armlehnen sitzt. Die bekrönte Muttergottes trägt ein wallendes Gewand und stützt mit der linken Hand das auf ihrem Oberschenkel sitzende Jesuskind, in der rechten hält sie ein Lilienzepter. Beide Figuren tragen einen Heiligenschein. Christus hat als „Salvator Mundi“ die rechte Hand zum Segen erhoben. Die Figurengruppe wird von einer Mandorla umkränzt, die aus einem doppelten Perlrand besteht und die Form für die Plakette vorgibt. In diesen Rahmen ist die Inschrift SIGILLVM : BEATE MARIE : DE ROCAMADOR eingefügt, die auf die Herkunft des Pilgerzeichens verweist. Rocamadour liegt im Departement Lot im Südwesten Frankreichs und war seit dem 12. Jahrhundert ein wichtiger Wallfahrtsort, der von vielen Pilgern wegen der wundertätigen schwarzen Madonna aufgesucht wurde. Verehrt wird als Gnadenbild eine kleine, aus Holz geschnitzte Skulptur der thronenden Maria. Pilgerzeichen entstanden aus dem Bedürfnis der Menschen, eine Erinnerung an ihre Wallfahrt mitzunehmen und wurden ab dem Hochmittelalter in großen Mengen hergestellt und an die Pilger verkauft. Sie wurden an der Kleidung oder der Kopfbedeckung getragen, wofür auch die vier Ösen der vorliegenden Medaille dienten. Neben ihrer Funktion im Glauben kennzeichneten die Pilgerzeichen die Reisenden als Wallfahrer und boten ihnen einen gewissen Schutz. Die flach gegossenen Plaketten von Rocamadour werden auch als „Sportellen“ bezeichnet.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Schulberg | PL-04

Fundstellen-Beschreibung:
Grabungen im Stadtgebiet an der mittelalterlichen Stadtmauer unmittelbar westlich der Syra von August 1994 bis Januar 1995.

Fundstellen-Typ:
Stadtkern

Befund

Befund-Beschreibung:
Befund 3072: Streufund aus einer Planierschicht.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,06mm

Literatur

Birgit Franke, Mittelalterliche Wallfahrt in Sachsen. Ein Arbeitsbericht. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 44, 2002, 305 f. Abb. 2.
Gordon Milne/Markus Reichel/Martina Bundszus/Uta Böddiker, Von Rittern und Gerbern. Stadtkernarchäologie in Plauen. Archäologie aktuell im Freistaat Sachsen 3, 1995, 146–150.
Cornelia Rupp (Bearb.), Pilgerzeichen. In: Der Fund (Dresden 2007) 126 f.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00059425

Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Thomas Reuter“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.

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