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Abb. 1: 3D-Druck der Tumba des Wiprecht von Groitzsch im smac. Der originale Kenotaph befindet sich in der St. Laurentiuskirche von Pegau. © Landesamt für Archäologie Sachsen, László Farkas
Abb. 2: Maßstäblich verkleinertes Tastmodell der Tumba des Wiprecht von Groitzsch für sehbehinderte Museumsbesucher des smac in Chemnitz. © Landesamt für Archäologie Sachsen

Für Ausstellungen spielen 3D-Daten eine immer wichtigere Rolle. Zunächst in Form von Animationen oder Computergrafiken genutzt, sind mit dem Aufkommen von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) völlig neue Möglichkeiten zur Wissensvermittlung und Interaktion entstanden. Werden Ergebnisse der Grabungsdokumentation, naturwissenschaftliche Untersuchungen oder historische Recherchen hinzugefügt, können zeitliche Abläufe dargestellt werden, die beispielsweise die baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte eindrucksvoll zeigen.

Aber nicht nur in digitaler Form werden 3D-Modelle genutzt, sondern auch um Exponate auszustellen, die im Original nicht ausleih- oder ausstellbar sind. Dafür werden die 3D-Modelle in einem geeigneten Produktionsverfahren ausgedruckt oder z.B. gefräst [Abb. 1]. Ein großer Vorteil dabei ist, dass sich die 3D-Daten maßstäblich verändern lassen, um verkleinerte oder aber auch deutlich vergrößerte Repliken anfertigen zu können. So sind im Rahmen eines Inklusionsprojektes im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) taktile Stationen integriert worden, die Tastmodelle von verschiedenen Exponaten umfassen [Abb. 2].

Fehlen stattdessen Teile eines Exponates, können diese zunächst mit Hilfe der 3D-Daten und geeigneter Software modelliert und angepasst werden. Mit der produzierten Ergänzung kann nun das Ausstellungsobjekt als „vollständiges“ Exponat ausgestellt werden [Abb. 3]. Nicht nur kleinere Teile können ergänzt werden, sondern auch vollständige Baugruppen [Abb. 4]. Mussten bisher aufwendige Abformungen angefertigt werden, kann dies nun mit Hilfe der hochauflösenden 3D-Modelle geschehen.

Abb. 3: Das fehlende Mittelstück des „Adonis von Zschernitz“ wurde zunächst in 3D modelliert und in einem transparenten Material ausgefräst. © Landesamt für Archäologie Sachsen, László Farkas
Abb. 4: Eine Haspel aus dem mittelalterlichen Bergbau in Dippoldiswalde, ausgestellt im MiBERZ (Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge). Die fehlende Haspelwelle und das Haspelhorn wurden sinngemäß als 3D-Daten modelliert und ausgefräst. Die Ergänzungen konnten passgenau in das Exponat eingebaut werden. © Linda Burkhardt, Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge