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Golddukat Augusts des Starken

Fundort: Leipzig Innenstadt (Leipzig, Leipzig Stadt)
Datierung: Neuzeit | Frühe Neuzeit | 1698 n. Chr.
Material: Gold
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:

Eine Goldmünze fast ohne Spuren von Benutzung.

Auf der Vorderseite ist ein Brustbild von König August dem Starken. Er blickt nach rechts. Der König trägt eine Rüstung. Im Haar hat er einen Lorbeerkranz.

Am Rand der Münze steht: FRID . AUG . REX POL / DUX SAX I C M A & W D G. Das bedeutet: Friedrich August von Gottes Gnaden König von Polen, Herzog von Sachsen, Jülich, Kleve, Berg, Angern und Westfalen.

Auf der Rückseite der Münze ist das Wappen von Polen und Litauen zu sehen. Es besteht aus vier Teilen. In der Mitte dieses Wappens ist das runde Wappen von Kursachsen zu sehen. An den Seiten der Wappen sind schlanke Palmwedel.

Am Rand der Münze steht: SAC . ROM . IMP . ARCHIM . ET ELECT . / . 16/98. Das ist ein Teil des Titels des Königs und bedeutet: Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches und Kurfürst. In der Mitte der Jahreszahl 1698 ist eine Krone zu sehen.

Unter den Wappen kann man die Buchstaben I · L · H erkennen. Das ist der Name des Münzmeisters Johann Lorenz Holland. Er war von 1698 bis 1716 Münzmeister.

Die beinahe prägefrische Goldmünze zeigt auf der Vorderseite das nach rechts gewendete Brustbild König Augusts des Starken im Harnisch mit einem Lorbeerkranz. Umschrift: „FRID(ericus) . AUG(ustus) . REX POL(oniarum) / DUX SAX(axoniae) I(uliaci) C(liviae) M(ontium) A(ngariae) & W(estphaliae) D(ei) G(ratia)“. Dies bedeutet „Friedrich August von Gottes Gnaden König in Polen, Herzog zu Sachsen, Jülich, Kleve, Berg, Angern und Westfalen“. Auf dem Revers ist, von schlanken Palmwedeln seitlich eingefasst, unter einer Krone der runde gevierte Wappenschild von Polen und Litauen mit dem runden kursächsischen Mittelschild zu sehen. Umschrift: „SAC(ri) . ROM(ani) . IMP(erii) . ARCHIM(arschallus) . ET ELECT(or) . / . 16/98“; als Teil der Titulatur bezeichnet dies das Amt des Erzmarschalls im Heiligen Römischen Reich und die Kurfürstenwürde. Die Jahreszahl wird durch die Krone geteilt. Das Münzzeichen „ILH“ verweist auf den Dresdner Münzmeister Johann Lorenz Holland (1698–1716).

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Katharinenstraße/Am Brühl, Bernstein-Carré, ehemals Katharinenstraße 22 | L-208

Fundstellen-Beschreibung:

Die Häuser im Nordwesten der Altstadt von Leipzig wurden 1943 fast völlig zerstört. Von September 2015 bis Januar 2016 fanden an der Ecke Katharinenstraße/Brühl Ausgrabungen statt. Dabei wurden vor allem Reste der großen Handelshöfe aus der Zeit nach 1650 gefunden.

Im Keller des Hauses Katharinenstraße 22 wurden übereinander gepflasterte Fußböden aus dem 17. Jahrhundert und aus der Renaissance gefunden.

Die Bebauung im Nordwesten der Leipziger Altstadt wurde 1943 weitgehend zerstört. An der Ecke Katharinenstraße/Brühl wurde das „Bernsteincarré“ erbaut. Im Vorfeld fanden von September 2015 bis Januar 2016 Ausgrabungen statt, bei denen insbesondere Reste der ausgedehnten neuzeitlichen Handelshöfe freigelegt wurden. In den westlichen Kellerräumen des Gebäudes Katharinenstraße 22 befanden sich zwei frühneuzeitliche Rollsteinpflaster übereinander.

Fundstellen-Typ:

Gang- und Kellersystem

Befund

Befund-Beschreibung:

Der gepflasterte Fußboden aus dem 17. Jahrhundert lag auf einem Sandbett. Darunter war ein gepflasterter Fußboden aus der Zeit der Renaissance.

200: Die Sandbettung der jüngeren Fußbodenpflasterung im mittleren Kellerraum aus dem späten 17. Jahrhundert überlagerte einen renaissancezeitlichen Fußboden.

Fundzusammenhang:

Die Münze wurde im östlichen Teil des Sandbetts unter dem gepflasterten Fußboden aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Wahrscheinlich war die Münze eine Opfergabe beim Neubau des Handelshofes ungefähr 1700.

Die Goldmünze wurde aus dem östlichen Teil der Sandbettung der jüngeren Fußbodenpflasterung geborgen (Fundpunkt eingemessen). Die Münze wird als „Bauopfer“ im Zusammenhang mit dem Neubau des Handelshofes um 1700 interpretiert.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Petra Schug/André Zakrozinsky, Archäologische Befunde der Parzelle rund um die Katharinenkirche in Leipzig. Die Ausgrabung L-208. In: Regina Smolnik (Hrsg.), Ausgrabungen in Sachsen 6. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 33 (Dresden 2018) 325 f. Abb. 23.
Helmut Kahnt, Die Münzen Augusts des Starken. 1694–1733 (Regenstauf 2009) 65 Nr. 61 (mit anderen Umschriften!).

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00328640

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