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doppelkonischer Spinnwirtel

Fundort: Brohna (Radibor, Bautzen)
Datierung: Mittelalter | Frühmittelalter (mittelslawisch) | 800 - 950 n. Chr.
Material: Irdenware
Fundgegenstand: Spindel und Spinnwirtel

Objektbeschreibung:

Der abgerundete, doppelkonische Spinnwirtel hat einen leicht facettierten Körper und zeichnet sich durch feine Drehrillen aus. Er wurde aus schwarzgrauem, fein glänzendem Ton hergestellt. Er ist fein gemagert und weist Glimmerstaubspuren auf. Der Wirtel ist in vier gleichgroße Teile zerbrochen, die Brüche sind dabei dicht und fein. Wirtel kamen beim Aufspinnen von Wolle zu Einsatz. Aufgesteckt an das untere Ende einer Spindel dienten sie bei der Drehbewegung als Schwungmasse.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Sumpfschanze Brohna

Fundstellen-Beschreibung:

300 m nördlich des Ortes Brohna in einem heute trockengelegten Sumpfgebiet liegende Niederungsburg in Form eines slawischen Rundwalls. Die Sumpfschanze ist zu einem Sechstel noch in voller Höhe erhalten. Vom damaligen Besitzer wurde das Material zum Auffüllen der sumpfigen Wiesen und die Steine für die Schotterung der Wege genutzt. Die frühesten Funde stammen dabei aus der Billendorfer Kultur.

Fundstellen-Typ:

Niederungsburg

Befund

Befund-Beschreibung:

Fundstelle 1 in Quadrant IX. Die Fläche lag im Nordosten des 1951 angelegten Untersuchungsschnittes. Dabei handelt es sich um den Bereich des Tunneltores, das nur noch durch die westliche Holzbegrenzung erhalten war. Die Reste des Tores lagen als Brand- und Schuttschichten vor. Der Spinnwirtel stammte aus einer Vertiefung neben dem Tunneltor und kann keiner der beiden dort vorhandenen slawischen Schichten zugeordnet werden.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Werner Coblenz, Die slawische Sumpfschanze von Brohna. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 8 (Berlin 1969) 63 Abb. 31,2.
Werner Coblenz, Die Sumpfschanze von Brohna bei Bautzen. In: H.-J. Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18 (Berlin 1988) 360–365.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac
AAS:00000392

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