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jüngerer Randpfennig

Fundort: Dobranitz (Göda, Bautzen)
Datierung: Mittelalter | Hochmittelalter | 1025 - 1030 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:

Die vollständige Münze stammt aus dem Gebiet Meißen-Oberlausitz und wurde in der Münzstätte Meißen geprägt. Der Münzherr war vermutlich König und späterer römisch-deutsche Kaiser Konrad II. (reg. 1024–1039). Es handelt sich um einen jüngeren Randpfennig, auch Sachsen- oder Wendenpfennig genannt. Die Vorderseite trägt in der Mitte ein Kleeblattkreuz und ist von einem verbundenen Perlenkreis und einer Umschrift aus Buchstaben CRVX und keilförmigen Strichen umgeben. Die Rückseite zeigt ein ebenfalls von Buchstaben VERH, keilförmigen Strichen und einem Perlenkreis umgebenes Keilkreuz.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Kiesgrubenvorfeld / Sandgrube | DB-01

Fundstellen-Beschreibung:

Westlich von Dobranitz lag auf einem Hügel eine multikulturelle Fundstelle mit Bestattungen von der Schnurkeramik bis in die ältere Vorrömische Eisenzeit, Siedlungsspuren der Römischen Kaiserzeit sowie einem mittelslawischen Hügelgräber- und spätslawischen Körpergräberfeld. Im direkten Umfeld befand sich eine Kies-/Sandgrube. Da der Abbau 1993 erweitert werden sollte, fanden Grabungen statt, um alle archäologisch relevanten Befunde zu bergen und vor der Zerstörung zu retten.

Fundstellen-Typ:

Flachgrab/Flachgräberfeld

Befund

Befund-Beschreibung:

Grube 156, Grab 14: Es handelt sich hierbei um ein ca. 2,4 m langes, 0,6 m breites und 0,5 m tiefes Flachgrab. Die Grube wies eine dunkelbraun bis braune sandig kiesige Verfüllung auf und enthielt das fast vollständig erhaltene, südost-nordwest-ausgerichtete Skelett eines mutmaßlich männlichen Individuums mit einem Alter von über 30 Jahren. Die Sargverfärbung war noch zu erkennen. Die bestattete Person hatte eine Körpergröße von ca. 1,70 m. Das Skelett blickte nach Nord und lag im Vergleich zu den anderen Gräbern mit dem Schädel im Osten. Im rechten Fußbereich befand sich eine eiserne Nadelspitze.

Fundzusammenhang:

Die Münze wurde erst 2020 im Rahmen Restaurierung und der Probennahme am Skelett entdeckt. Im Grabungsbericht sind keinerlei Münzfunde erwähnt. Der Schädel wurde bei Bergung bandagiert, möglicherweise gelangte die Münze in diesem Zusammenhang in die Tüte mit den Schädelknochen.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Reinhard Spehr, Der Sandberg bei Dobranitz, Lkr. Bautzen – Ein Bestattungsplatz aus urgeschichtlicher Zeit. Archäologie aktuell im Freistaat Sachsen 2, 1994, 89–93.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00356782

Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Cornelia Pönitz“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.

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