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Nuss einer Armbrust

Fundort: Bautzen (Bautzen, Bautzen)
Datierung: Mittelalter | Hochmittelalter | 1150 - 1250 n. Chr.
Material: Knochen
Fundgegenstand: Pfeil und Bogen/Geschosse, Armbrust

Objektbeschreibung:

Die Nuss einer Armbrust machte es möglich, einen Bolzen abzuschießen. Diese Nuss ist aus Knochen und sehr sorgfältig geschnitzt. Sie ist rundherum mit Rillen verziert.

In der Mitte ist die Nuss durchbohrt. Durch dieses Loch wurde ein Faden geführt. Damit wurde die Nuss in einer Vertiefung im Schaft der Armbrust – dem Nussbrunnen – befestigt.

Längs durch die Nuss geht eine tiefe Kerbe. In diese Kerbe wurde die Sehne eingelegt. Quer an der Nuss ist eine weitere Kerbe. Sie endet an der Kerbe, in die die Sehne eingelegt wurde. In diese Querkerbe wurde der Bolzen eingelegt.

Eine flache Vertiefung unter den Kerben war für den Auslöser des Abzugs. Der Auslöser war dort eingerastet. Beim Schuss dreht der Auslöser die Nuss gegen die Uhrzeigerrichtung, also nach links. Die gespannte Sehne löst sich, stößt gegen das Ende des Bolzens und er fliegt los.

Sorgfältig geschnitzte und durch umlaufende Rillen verzierte, walzenförmige Abzugsvorrichtung einer Armbrust. Durch die zentrale Bohrung wird die Nuss durch einen Faden im Nussbrunnen des Armbrustbaums gehalten. In der tiefen, durchgehenden Längskerbe wird die Bogensehne eingespannt. Der Bolzen wird durch die tiefe Querkerbe geführt und an der Schnittstelle in die Sehne eingelegt. In der gegenüberliegenden flachen Querkerbe rastet der Auslöser des Abzugs ein. Beim Schuss dreht der Auslöser die Nuss gegen die Uhrzeigerrichtung und gibt die gespannte Sehne mit dem Bolzen frei.

Florian Innerhofer (05.07.2022)/Cornelia Schuricht

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Ortenburg | BZ-98

Fundstellen-Beschreibung:

Eine Burg und Wallanlage, die schon in der Bronze - und Eisenzeit und im Mittelalter genutzt wurde. Die Burg liegt oberhalb der Spree. Sie war im Hochmittelalter der Hauptsitz der Herrscher in der Oberlausitz.

Auf geschützter Spornlage oberhalb der Spree gelegene vorgeschichtliche sowie mittelalterliche Wallanlage und Burg. Durch einen Umbau der Freiflächen erfolgte 1999 bis 2002 eine Grabung des gesamten Areals. Es zeigten sich Spuren jungbronzezeitlicher und früheisenzeitlicher Besiedlung. Das Burgareal wurde dann ab dem 10. Jahrhundert sukzessive mehrphasig überbaut. In dieser Zeit der zentrale Herrschaftsort in der Oberlausitz.

Fundstellen-Typ:

Burg

Befund

Befund-Beschreibung:

Die Nuss ist ein Einzelfund. Sie lag allein im Innenhof des Hauptgebäudes der Burg.

Einzelfund aus dem Bereich des Innenhofes des Hauptgebäudes.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,05mm

Literatur

Joachim Meffert, Die Ortenburg in Bautzen – Der archäologische Forschungsstand und die Ausgrabungen von 1999–2001. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 44, 2002, 149 Abb. 83; 152.
Egon Harmuth, Die Armbrust. Ein Handbuch (Graz 1986).

Eigentümer/Nutzungsrecht

Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00074130

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