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Vollgriffdolch

Fundort: Briesnitz (Dresden, Dresden Stadt)
Datierung: Bronzezeit | Aunjetitzer Kultur | 2000 - 1700 v. Chr.
Material: Bronze
Fundgegenstand: Hieb- und Stichwaffen, Vollgriffdolch

Objektbeschreibung:

Dolch mit langer, flacher, geschweift triangulärer Klinge, die schneidenparallel ritzverziert ist. Dieses Motiv wird im Klingenoberteil als spitz ausgezogenes Dreieck aus Ritzlinienbündel wieder aufgenommen. Parallel zum bogenförmigen Heft endet diese Verzierung in einem waagerechten Fischgrätenband, das an seiner Unterseite von einer Reihe aus strichgefüllten Dreiecken ergänzt wird. Die schmalovale Griffsäule schließt oben in einer wenig ausladenden ovalen Knaufplatte und auf der anderen Seite in einem schmalen, bogenförmigen Heft ab, das zwischen zwei Verstärkungsrippen durch jeweils neun Scheinniete charakterisiert ist. Die Klinge wurde allein durch Überfangguss mit dem Griff fest verbunden. Aufgrund von drei Nachgüssen, mit denen Fehlstellen im Griff ausgebessert werden sollten, und der im Vergleich von Vorder- und Rückseite etwas gegeneinander versetzten Heftmerkmale kann der ursprüngliche Herstellungsvorgang als Fehlguss bezeichnet werden, der aber zu einem guten Endergebnis nachgearbeitet wurde. Farbunterschiede im Metall deuten auf unterschiedliche Legierungen für Griff und Klinge hin, wobei letztere mit ihrer gelblichen Färbung auf einen höheren Zinngehalt und somit härtere Materialeigenschaften hinweist. Der Dolch, insbesondere die Klinge, ist stark durch Korrosion beschädigt. Typologisch gehört das repräsentative Stück zum Südpommerschen Typ (nach Schwenzer) mit den besten Vergleichstücken zwischen Oder und Pommern. Der Dolch von Briesnitz ist der westlichste Fund.

Florian Innerhofer (05.07.2022)

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Am Lehmberg

Fundstellen-Beschreibung:

1900 beim Lehmstechen in der ehemaligen Ziegelei Nötzold südlich des alten Dorfkerns in Hanglage zur Elbe entdeckt.

Fundstellen-Typ:

Einzelfund

Befund

Befund-Beschreibung:

Lesefund mit unbekannten Fundumständen.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,07mm

Literatur

Hans-Jürgen Hundt, Der trianguläre Bronzedolch von Dresden-Briesnitz und seine Gußtechnik. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 16/17, 1967, 63–72.
Stefan Schwenzer, Frühbronzezeitliche Vollgriffdolche. Typologische, chronologische und technische Studien auf der Grundlage einer Materialaufnahme von Hans-Jürgen Hundt. Kataloge vor- und frühgeschichtlicher Altertümer 36 (Bonn 2004) 52–56; 267 Taf. 9,23.
Otto Uenze, Die frühbronzezeitlichen triangulären Vollgriffdolche. Vorgeschichtliche Forschungen 11 (Berlin 1938) 47; 83.
Harry Wüstemann, Die Dolche und Stabdolche in Ostdeutschland. PBF VI 8 (Stuttgart 1995) 51 f.

Eigentümer/Nutzungsrecht

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00059550

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