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Figurine eines Engels

Fundort: Zwickau (Zwickau, Zwickau)
Datierung: Mittelalter | Spätmittelalter | 1450 - 1500 n. Chr.
Material: Keramik
Fundgegenstand: Sakraler Gegenstand, Figurale Plastik

Objektbeschreibung:

Eine Figur mit einem langen Gewand mit einem runden Halsausschnitt. Um die Hüfte trägt die Figur einen Gürtel. Unterhalb des Gürtels hat das Gewand viele Falten.

Im Haar hat die Figur ein Band. Es sieht so aus, als ob das Band vom Kopf hinunter auf die Brust reicht. Über der Brust ist es überkreuzt.

Auf der rechten Seite des Körpers hält die Figur mit beiden Händen einen Becher, genauer einen Kelch. Auf dem Rücken hat die Figur zwei Flügel. Die Flügel sind fast so groß wie der Körper. Aus diesem Grund ist die Figur wahrscheinlich ein Engel. Der Körper des Engels ist in den Knien leicht gebeugt. Es sieht aus, als würde er schweben.

Es ist möglich, dass die Figur mit dem Leidensweg von Jesus Christus in Zusammenhang steht. In der Nacht vor seiner Kreuzigung auf dem Ölberg hat ein Engel Jesus Christus den Leidenskelch gebracht. Das bedeutet: Jesus Christus sollte keine Angst haben und er sollte sein Schicksal annehmen.

Figur mit lang herabfallendem, plissiertem Gewand, das tailliert ist und einen runden Halsausschnitt besitzt. Über der Stirn trägt sie eine Art Nimbus und im Haar ein Band, das in eine über der Brust gekreuzte Halsbinde überzugehen scheint. An der rechten Körperseite hält das Wesen mit beiden Händen einen Kelch. Durch die beiden fast körperlangen Flügel ist die Plastik als Engel gekennzeichnet. Auffällig sind die geschwungene Körperhaltung sowie der runde, innen hohle Sockel. Möglicherweise kann die Figurine mit der Passion Christi in Verbindung gebracht werden, bei der ein Engel Jesus am Ölberg in der Nacht vor der Kreuzigung den Leidenskelch darbringt, um ihn in seiner Angst vor dem kommenden Martyrium zu stärken.

Florian Innerhofer (05.07.2022)/Cornelia Schuricht

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Schloss Osterstein | Z-26

Fundstellen-Beschreibung:

Eine Ausgrabung am nordöstlichen Stadtrand von Zwickau neben dem Schloss Osterstein und dem Kornhaus. Die Ausgrabung war 1997 und 1998.

Es wurden alte Grundstücke und Teile der Stadtmauer untersucht. Außerdem wurden alte Abwasserkanäle untersucht.

Ausgrabungen von 1997/1998 am nordöstlichen Stadtrand von Zwickau direkt neben Schloss Osterstein und dem Kornhaus. Neben städtischen Parzellen konnten auch Wasserentsorgungseinrichtungen sowie Teile der Stadtbefestigung untersucht werden.

Fundstellen-Typ:

Stadtkern

Befund

Befund-Beschreibung:

Die Figur wurde in einer großen Grube gefunden. Die Grube war mit Holzbrettern eingefasst. Außerdem lagen in der Grube noch viele Gefäße, Kacheln und andere Figuren.

Befund 1030: Verfüllung von Befund 1088 mit zahlreichen Gefäßen, Kacheln und Figurinen. Die große,holzeingefasste Grubenstruktur hatte einen rechteckig L-förmigen Grundriss. Befund und Verfüllung werden der Phase 5 und dem 16. Jahrhundert zugerechnet.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,05mm

Literatur

Annette Zeischka, Am Rande der Stadt – Ausgrabungen in Zwickau III. archäologie aktuell im Freistaat Sachsen 6, 1998/1999 (2000) 134–139.

Eigentümer/Nutzungsrecht

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00138230

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