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Sichelnadel

Fundort: Zauschwitz (Pegau, Leipzig)
Datierung: Bronzezeit | ältere Vorlausitzer Kultur | 1550 - 1450 v. Chr.
Material: Bronze
Fundgegenstand: Schmucknadel

Objektbeschreibung:

Eine Nadel mit einem scheibenförmigen Kopf. Der Kopf ist leicht gewölbt.

Der Schaft der Nadel ist gedreht und zum größten Teil vierkantig. Außerdem ist er deutlich gebogen.

Durch den Kopf der Nadel geht ein schräges Loch. Es endet im Schaft der Nadel gleich unter dem Kopf. Am Schaft sind Reste von Graten erhalten. Aus ihnen kann man schließen, dass die Nadel gegossen wurde. Dazu wurden zwei Schalen verwendet. In den Schalen war ein Hohlraum in der Form der Nadel. Die Schalen wurden zusammengesetzt und mit Metall ausgegossen.

Die Nadel gehört wegen ihrer Form und dem deutlich gebogenen Schaft zu den Sichelnadeln. Sichelnadeln waren in der Bronzezeit vor allem im Karpatenbecken und bis ins südliche Mähren und den Osten von Österreich verbreitet. Von dort wurde die Nadel in das Gebiet des heutigen Sachsen gebracht, sie wurde importiert.

Die Nadel ist damit einer der wichtigsten Importfunde der älteren Vorlausitzer Kultur in Sachsen.

Nadel mit leicht gewölbtem Scheibenkopf und markant gebogenem, größtenteils vierkantigem, tordiertem Schaft. Die schräge Durchlochung des Kopfes tritt auf der Unterseite im Bereich des Schaftes aus. Dort haben sich noch Reste von Gussgraten erhalten, die auf eine zweischalige Gussform hinweisen. Das Stück gehört mit all seinen Formmerkmalen und nicht zuletzt wegen seiner auffälligen Schaftbiegung zu den Sichelnadeln, die vor allem im Karpatenbecken und von dort bis ins südlichen Mähren und nach Ostösterreich verbreitet sind, und repräsentiert einen der bedeutendsten Importfunde der älteren Vorlausitzer Kultur in Sachsen.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Neue Grube (ehemalige Lehmgrube Finzel; nördlich des Wegs nach Weideroda) | PEG-10

Fundstellen-Beschreibung:

Eine bedeutende Fundstelle mit Funden aus vielen Kulturen – von der Bandkeramik bis in das Frühmittelalter. Die Nadel wurde im südlichen Teil der Ausgrabungsfläche gefunden.

Bedeutende multikulturelle Fundstelle mit Nachweisen von der Bandkeramik bis ins Frühmittelalter. Der Fund lag im Südteil der Grabungsfläche (Quartier 8 [S+]).

Fundstellen-Typ:

Einzelfund

Befund

Befund-Beschreibung:

Die Nadel wurde am 05.08.1957 gefunden. Sie lag 40 cm unter der Oberfläche.

Die Sichelnadel lag allein in der Erde. Sie war ein Einzelfund.

Einzelfund vom 5.8.1957 im Quartier 8 (S+) bei 53 m W-O, 40 cm unter der Oberfläche.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 125mm | Streifenlicht | 0,05mm

Literatur

Marek Gedl, Die Vorlausitzer Kultur. PBF XXI 2 (Stuttgart 1992) 88.
Florian Innerhofer, Die mittelbronzezeitlichen Nadeln zwischen Vogesen und Karpaten. Studien zur Chronologie, Typologie und regionalen Gliederung der Hügelgräberkultur (Bonn 2000) 63–72; Karte 12.
Florian Innerhofer, Zwischen Frühbronzezeit und Hügelgräberkultur – Zum zeitlichen Umfeld der Himmelsscheibe von Nebra in Mitteldeutschland. In: Harald Meller/François Bertemes (Hrsg.), Der Griff nach den Sternen. Wie Europas Eliten zu Macht und Reichtum kamen. Tagungen des Landesmuseums für Halle (Saale) 5/I (Halle/Saale 2010) 122; 126 Abb. 9.
Louis D. Nebelsick, Zauschwitz – der archäologische Hauptort des Leipziger Landes (Borna 2006) 34 Abb. 47.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00063358

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