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Schlauchkrug

Fundort: Zauschwitz (Pegau, Leipzig)
Datierung: Neolithikum | Schiepziger Gruppe | 4300 - 3800 v. Chr.
Material: Keramik
Fundgegenstand: Krug

Objektbeschreibung:

Ein schlankes, sehr hohes Gefäß. Der Rand des Gefäßes ist leicht nach Außen gebogen. Unten wird das Gefäß zum Boden schmaler. Der Boden ist rund.

Das Gefäß hat einen stabilen Henkel. Der Henkel sitzt sehr tief am Gefäß. Er endet kurz über dem Boden.

Auf dem Hals des Gefäßes sind vier eingestochene Ornamente, die sich gegenüberstehen. Sie sind längs angeordnet. Das längste Ornament geht bis zum Ansatz des Henkels.

Wahrscheinlich ist der Schlauchkrug ein Ritualgefäß.

Sehr schlankes, hohes Gefäß mit leicht ausbiegendem Rand und extrem tiefem Umbruch zum runden Boden. Der massive Henkel ist deutlich unterrandständig und endet knapp oberhalb des Bodens. Der Krug trägt auf dem Hals kreuzständig angeordnete vertikale Ornamente aus kräftigen Einstichreihen, wobei das längste Band bis zum Henkelansatz läuft. Wie die besondere Niederlegung bereits andeutet, könnte es sich bei den Schlauchkrügen um Ritualgefäße handeln.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Alte Grube (ehemalige Lehmgrube Finzel; südlich des Wegs nach Weideroda)

Fundstellen-Beschreibung:

Eine bedeutende Fundstelle mit Funden aus vielen Kulturen und Epochen: von der Bandkeramik bis zum Frühmittelalter.

Bedeutende multikulturelle Fundstelle mit Nachweisen von der Bandkeramik bis ins Frühmittelalter. Der Befund lag im nördlichen Teil der Grube in der Nähe des Wegs.

Fundstellen-Typ:

Depotfund

Befund

Befund-Beschreibung:

Der Schlauchkrug ist einer von vier Krügen. Sie wurden am 15.02.1936 beim Abbau von Lehm zusammen gefunden.

Die vier Schlauchkrüge lagen in einer Tiefe von 75 bis 100 cm in der Erde. Die Krüge lagen aufgereiht zu einem Quadrat: jeweils zwei Krüge lagen nebeneinander, ihre Öffnungen zeigten auf die Böden der anderen beiden Krüge.

Am 15.2.1936 beim Lehmabbau geborgen. Die vier Gefäße lagen 75–100 cm tief in quadratischer Anordnung, wobei die Gefäßmündung jeweils zum Boden des benachbarten Gefäßes wies.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 200mm | Streifenlicht | 0,08mm

Literatur

Stefanie Bergemann, Zauschwitz (Landkreis Leipzig). Siedlungen und Gräber eines neolithischen Fundplatzes. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 314 (Bonn 2018) 50.
Rudolf Moschkau, Ein Satz Schlauchgefäße der Kupferzeit von Zauschwitz bei Pegau. Die Fundpflege. Mitteilungen zur Vorzeit Sachsens und der Nachbargebiete. 4, 1936, 13–15.
Detlef W. Müller, Die mitteldeutschen Schlauchkrüge – eine rätselhafte Formengruppe. Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. 77, 1995, 159–175.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00139398

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