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vierhenklige Amphore

Fundort: Zauschwitz (Pegau, Leipzig)
Datierung: Neolithikum | Baalberger Kultur | 3800 - 3600 v. Chr.
Material: Keramik
Fundgegenstand: Amphore

Objektbeschreibung:

Unverzierte Amphore mit engem, leicht ausschwingendem Hals, hohem, straffem Umbruch, leicht eingezogenem, konischem Unterteil und kleinem, leicht nach innen gewölbtem Flachboden. Auf dem Umbruch befinden sich vier kleine, spitz ausgezogene, kreuzständige Henkel. Das zerbrochene Gefäß wurde teilweise mit Gips ergänzt.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Neue Grube (ehemalige Lehmgrube Finzel; nördlich des Wegs nach Weideroda) | PEG-10

Fundstellen-Beschreibung:

Bedeutende multikulturelle Fundstelle mit Nachweisen von der Bandkeramik bis ins Frühmittelalter. Die mutmaßlich zu einem Hügel gehörigen Bestattungen lagen im Nordwestteil der Grabungsfläche.

Fundstellen-Typ:

Flachgräberfeld mit Hügelgräbern: Körpergräber

Befund

Befund-Beschreibung:

Grab 21: Ost-west-ausgerichtete, auf der rechten Seite liegende Hockerbestattung einer rund 18-jährigen, etwa 1,60 m großen Frau mit Blick nach Norden. Die Beine waren rechtwinklig angehockt und die Arme eng vor dem Körper zusammengelegt. Vor dem Becken fanden sich die Knochenreste eines knapp neun Monate alten Fötus, die darauf hindeuten, dass die Frau kurz vor dem Ende ihrer Schwangerschaft bestattet worden war. Das Grab gehört zu einer kleinen Gruppe etwa zeitgleicher Hockerbestattungen, die als Reste eines größeren Grabhügelkomplexes angesprochen werden dürfen. Befundtiefe und naturwissenschaftliche Daten weisen diese Bestattung zu den älteren Gräbern im Hügel zu.

Fundzusammenhang:

Die Amphore befand sich neben der Kanne im Bereich der Füße.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 200mm | Streifenlicht | 0,20mm

Literatur

Stefanie Bergemann, Zauschwitz (Landkreis Leipzig). Siedlungen und Gräber eines neolithischen Fundplatzes. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 314 (Bonn 2018) 226–305.
Werner Coblenz, Baalberger Gräber in Zauschwitz, Kreis Borna. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 7, 1960,139–200 bes. 145–177.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00085260

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