Konserve für Milchpulver
| Fundort: | Colditz (Colditz, Leipzig) |
|---|---|
| Datierung: | Neuzeit | 1940 - 1945 n. Chr. |
| Material: | Stahlblech |
| Fundgegenstand: | Dose |
Objektbeschreibung:
Bei dem Fund handelt es sich um eine Konservendose der Marke Klim Powdered Whole Milk. Hergestellt in Kanada und verkauft von der Borden Company aus New York (USA). Auf der Vorderseite ist der Markenname, der Hersteller, der Herstellungsort und der Standort des Firmensitzes zu sehen. Zusätzlich wird das Nettogewicht von 453 g angegeben. Auf der rechten Seite der Dose sind die Produktbeschreibung, die Gebrauchsanweisung und die Zutatenliste in englischer Sprache angegeben. Auf der linken Seite die gleichen Informationen in Spanisch. Auf dem Deckel der Dose befindet sich ein abnehmbarer Schlüssel zum Öffnen der Dose. Die Dose ist noch ungeöffnet. Konservendosen der Marke Klim waren Inhalt von Versorgungspaketen des Roten Kreuzes an Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft. In Colditz erhielten britische Kriegsgefangene alle drei Wochen ein solches Paket. Unter anderem mit Milchpulver als Inhalt. Durch den Ausschluss von polnischen und sowjetischen Kriegsgefangen von der Möglichkeit der Nutzung von Versorgungspaketen war die Dose am wahrscheinlichsten Inhalt eines Rot-Kreuz-Paketes für westalliierte Offiziere.
Erik FuhrkenFundstelle
Fundstellen-Ort:
Schloss Colditz (Kellerhaus) | CZ-07
Fundstellen-Beschreibung:
Im Februar und März 1998 fanden in Schloss Colditz baubegleitend archäologische Untersuchungen statt, die sich auf die Kellerräume und das Erdgeschoss des Kellerhauses beschränkten. Die ältesten des Grabungsareals entstammen dem 13./14. Jahrhundert, die jüngsten aus dem 20. Jahrhundert. Das ehemalige kurfürstliche Jagdschloss erfuhr im Verlauf seiner Nutzungsgeschichte mehrfach Funktionsänderungen und diente ab dem 31. Oktober 1939 als Kriegsgefangenenlager „Oflag IV-C“ für alliierte Offiziere.
Befund
Befund-Beschreibung:
96
Befund 44: Im Erdgeschossraum 0.12 wurde der Fluchtgang III entdeckt. Er kommt unter der südlichen Wand aus der Mauer des Treppenhauses und führt im rechten Winkel unter das Fundament der Westwand, wo er nach 1,4 m in Raum 0.11 blind endet. Der Gang maß 80 x 60 cm und war sorgfältig mit waagerechten und senkrechten Brettern verschalt. In seiner Verfüllung fanden sich große Mengen an Konservendosen.
Scanner:
Hexagon StereoScan neo 350mm | Streifenlicht | 0,10mm
Literatur
Patrick Reid, Flucht aus Oflag IV C (Tübingen 1976) 105 f.
Klaus Dieter Müller/Dietmar Wendler, NS-Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft 1939–1945 (Dresden 2001) 442
The Contents of a Red Cross Parcel, 1944 | Imperial War Museums, https://www.iwm.org.uk/collections/item/object/38779
Eigentümer/Nutzungsrecht
Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00376109
Eine Wiedergabe ist mit dem Vermerk „© Landesamt für Archäologie Sachsen, Scan/3D-Modell: Cara Gudrun Basche/Leopold Schwarz“ gestattet. Die Nutzung für kommerzielle Zwecke ist nicht gestattet.
Permalink
https://archaeo3d.de/sachsen/2024-12-09_tr_0002/
Zitat des Beitrags / Citation
Erik Fuhrken, Konserve für Milchpulver. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | 3D (30.01.2026). https://archaeo3d.de/sachsen/2024-12-09_tr_0002/




