Fundobjekt

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Denar, Vespasian

Gemarkung: Schwepnitz (Schwepnitz, Bautzen)
Datierung: Römische Kaiserzeit | jüngere Römische Kaiserzeit | 65 - 164 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:
Nach rechts blickendes, bekränztes Herrscherporträt des römischen Kaisers Vespasianus (69–79 n. Chr.) mit markanter Nase im Profil und der Inschrift IMP[ERATOR] CAES[AR] (VE)SP[ASIANVS] AVG[VSTVS] P[ONTIFEX] M[AXIMVS]. Auf der Rückseite sind priesterliche Geräte wie eine Schöpfkelle, ein Kanne, ein Sprengel und ein Krummstab, die auf die wichtige Funktion des Kaisers im Staatkult verweisen, abgebildet. Dazu passen die weiteren Titel AVGVR und TRI[BVNICIA] POT[ESTATE], die sowohl auf die priesterliche Funktion des Augurs andeuten als auch auf die tribunizische Gewalt der Volkstribunen, die bereits während der Herrschaft des Augustus Bestandteil der kaiserlichen Macht wurde. Die Münze zeigt am Rand zwei Kerben und deutliche Abnutzungsspuren. Der Denarius war lange Zeit die wichtigste Silbermünze im Römischen Reich und besaß einen mittleren Wert, der etwa dem Tageslohn eines Arbeiters bzw. eines Legionärs entsprach. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. setzte ein deutlicher Wertverfall ein, der sich in der Abnahme des Silbergehaltes manifestierte.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Johns Sandgrube, Kiesgrube südsüdöstlich des Ortes

Fundstellen-Beschreibung:
Am 30.7.1985 im Bereich des leicht nach Westen abfallenden Hangs zur Wasserstrichaue durch spielende Schüler nahe der Abbaukante des Kieswerks gefunden.

Fundstellen-Typ:
Münzhort

Befund

Befund-Beschreibung:
Rund 20 cm unter der Oberfläche befanden sich die insgesamt 121 Silberdenare in einem ca. 30 x 30 cm großen, grün gefärbten Bereich zu einem Klumpen verbacken.

Fundzusammenhang:
Das Depot setzt sich aus Münzen vor allem der älteren Kaiserzeit zusammen. Die älteste Münze ist Kaiser Nero (54–68 n. Chr.) zuzuweisen. Vornehmlich vertreten sind Prägungen der Kaiser Vespasian, Domitian, Trajan und Hadrian. Die Schlussmünze repräsentiert ein um 163/164 n. Chr. geprägter Denar des Kaisers Mark Aurel (161–180 n. Chr.). Mit der Niederlegung des Fundes kann somit erst zu Beginn der jüngeren Römischen Kaiserzeit gerechnet werden.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Elmar Meyer, Der Fund römischer Denare von Schwepnitz, Kr. Kamenz. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18 (Berlin 1988) 276–278.
Elmar Meyer/Paul Arnold, Der Denarfund von Schepnitz, Kreis Kamenz. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 32, 1988, 20 (Nr. 16) Taf. 2; 3.
Reinhard Spehr, Die römischen Münzfunde von Schwepnitz und Jesau bei Kamenz. Veröffentlichungen des Museums der Westlausitz Kamenz 20, 1998, 3–22.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00268714

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