Fundobjekt

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Denar, Titus

Gemarkung: Schwepnitz (Schwepnitz, Bautzen)
Datierung: Römische Kaiserzeit | jüngere Römische Kaiserzeit | 65 - 164 n. Chr.
Material: Silber
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:
Nach rechts blickendes, bekränztes Herrscherporträt des römischen Kaisers Titus (79–81 n. Chr.) und der Inschrift IMP[ERATOR] TITVS CAES[AR] VESPASIANVS P[ONTIFEX] M[AXIMVS], die mit den Zeichenfuß nach außen geprägt wurde. Auf der Rückseite sind ein Kessel auf einem Dreifuß mit darauf sitzenden Raben sowie darüber die Schemen eines Kranzes sowie eines Delfins zu sehen. Die Inschrift gibt die erweiterte Titulatur (TR)[IBVNICIA] (P)[OTESTATE] IX IMP[ERATOR] XV CO[N]S[VL] VIII P[ATER] P[ATRIAE] wieder. Über das achte Konsulat kann die Prägezeit der Münze auf die Jahre 80/81 n. Chr. eingegrenzt werden. Das Stück zeigt an vielen Stellen sehr starke Abnutzungsspuren. Der Denarius war lange Zeit die wichtigste Silbermünze im Römischen Reich und besaß einen mittleren Wert, der etwa dem Tageslohn eines Arbeiters bzw. eines Legionärs entsprach. Ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. setzte ein deutlicher Wertverfall ein, der sich in der Abnahme des Silbergehaltes manifestierte.

Fundstelle

Fundstellen-Ort:
Johns Sandgrube, Kiesgrube südsüdöstlich des Ortes

Fundstellen-Beschreibung:
Am 30.7.1985 im Bereich des leicht nach Westen abfallenden Hangs zur Wasserstrichaue durch spielende Schüler nahe der Abbaukante des Kieswerks gefunden.

Befund

Befund-Beschreibung:
Rund 20 cm unter der Oberfläche befanden sich die insgesamt 121 Silberdenare in einem ca. 30 x 30 cm großen, grün gefärbten Bereich zu einem Klumpen verbacken.

Fundzusammenhang:
Das Depot setzt sich aus Münzen vor allem der älteren Kaiserzeit zusammen. Die älteste Münze ist Kaiser Nero (54–68 n. Chr.) zuzuweisen. Vornehmlich vertreten sind Prägungen der Kaiser Vespasian, Domitian, Trajan und Hadrian. Die Schlussmünze repräsentiert ein um 163/164 n. Chr. geprägter Denar des Kaisers Mark Aurel (161–180 n. Chr.). Mit der Niederlegung des Fundes kann somit erst zu Beginn der jüngeren Römischen Kaiserzeit gerechnet werden.

Scanner:
Aicon smartSCAN-HE C8 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Elmar Meyer, Der Fund römischer Denare von Schwepnitz, Kr. Kamenz. In: Heinz-Joachim Vogt (Hrsg.), Archäologische Feldforschungen in Sachsen. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Beiheft 18 (Berlin 1988) 276–278.
Elmar Meyer/Paul Arnold, Der Denarfund von Schepnitz, Kreis Kamenz. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 32, 1988, 22 f. (Nr. 44) Taf. 4; 5.
Reinhard Spehr, Die römischen Münzfunde von Schwepnitz und Jesau bei Kamenz. Veröffentlichungen des Museums der Westlausitz Kamenz 20, 1998, 3–22.

Eigentümer
Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00268743

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