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Schildkrötenpanzer, Fragment

Fundort: Zauschwitz (Pegau, Leipzig)
Datierung: Neolithikum | Salzmünder Kultur | 3400 - 3200 v. Chr.
Material: Knochen
Fundgegenstand: allg. Fundklasse Sonstiges

Objektbeschreibung:

Eine Nadel mit einem scheibenförmigen Kopf. Der Kopf ist leicht gewölbt.

Der Schaft der Nadel ist gedreht und zum größten Teil vierkantig. Außerdem ist er deutlich gebogen.

Durch den Kopf der Nadel geht ein schräges Loch. Es endet im Schaft der Nadel gleich unter dem Kopf. Am Schaft sind Reste von Graten erhalten. Aus ihnen kann man schließen, dass die Nadel gegossen wurde. Dazu wurden zwei Schalen verwendet. In den Schalen war ein Hohlraum in der Form der Nadel. Die Schalen wurden zusammengesetzt und mit Metall ausgegossen.

Die Nadel gehört wegen ihrer Form und dem deutlich gebogenen Schaft zu den Sichelnadeln. Sichelnadeln waren in der Bronzezeit vor allem im Karpatenbecken und bis ins südliche Mähren und den Osten von Österreich verbreitet. Von dort wurde die Nadel in das Gebiet des heutigen Sachsen gebracht, sie wurde importiert.

Die Nadel ist damit einer der wichtigsten Importfunde der älteren Vorlausitzer Kultur in Sachsen.

Aus mehreren Fragmenten bestehendes Stück des flachgewölbten Rückenpanzers einer Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis).

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Neue Grube (ehemalige Lehmgrube Finzel; nördlich des Wegs nach Weideroda) | PEG-10

Fundstellen-Beschreibung:

Bedeutende multikulturelle Fundstelle mit Nachweisen von der Bandkeramik bis ins Frühmittelalter. Die Grube mit dem Säuglingsskelett befand sich im Südosten der Grabungsfläche (Quartier 4 [S]).

Fundstellen-Typ:

Körpergräber mit unbekanntem Grabbau

Befund

Befund-Beschreibung:

Befund 2000, Grab 129: Große, runde Grube mit leicht kegelstumpfförmigem Profil. Die Verfüllung besteht aus verschiedenen Schichten von tausenden Muscheln, Muschelbruch, Lehm und Schwarzerde, in die unterschiedlich tief die Funde eingebettet waren, vornehmlich aber auf der Grubensohle. Dort befand sich auch am südlichen Rand die Bestattung eines Neugeborenen mit einigen Beigaben. Neben zahlreicher Keramik und Scherben, Spinnwirteln, Knochengeräten, etliche vollständigen und zerbrochenen Steinbeilen sowie wenig Silex gibt es zahlreiche Tierknochenreste von Hunden, Schweinen, Schafen bzw. Ziegen, Rindern, Vögeln, einem Rothirsch sowie besonders beachtenswert von drei Sumpfschildkröten.

Fundzusammenhang:

Der Schildkrötenpanzer stammt aus dem Bereich der untersten Schicht, in der sich auch die Säuglingsbestattung befand.

Scanner:

Aicon smartSCAN-HE C5 200mm | Streifenlicht | 0,08mm

Literatur

Stefanie Bergemann, Zauschwitz (Landkreis Leipzig). Siedlungen und Gräber eines neolithischen Fundplatzes. Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 314 (Bonn 2018) 305–308.
Werner Coblenz/Claus Fritzsche, Kleinstkindbestattung in einer reich ausgestatteten Salzmünder Grube mit Muschelschichten von Zauschwitz, Kr. Borna. Ausgrabungen und Funde 25, 1980, 5–17.

Eigentümer

Landesamt für Archäologie Sachsen, Ausstellung: smac | 360°
AAS:00033361

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