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1/48 Taler, Brandenburg-Preußen, Mzz. A

Fundort: Chemnitz (Chemnitz, Chemnitz Stadt)
Datierung: Neuzeit | Frühe Neuzeit | 1778 n. Chr.
Material: Buntmetall
Fundgegenstand: Münzen

Objektbeschreibung:

Bei der Münze aus einer Kupfer-Silber-Legierung handelt es sich um eine während der Regentschaft von König Friedrich II. in der Münzstätte Berlin geprägte Münze im Wert von 6 Pfennigen. Auf der Vorderseite der Münze sind die gekrönten Initialen FR (Fridericus Rex) des Königs und das Münzzeichen A der Münzstätte Berlin zu sehen. Auf der Rückseite sind die Wertbezeichnung 48 EINEN THALER, zwei sechszackige Sterne und die Jahreszahl 1778 erkennbar. Zur Verdeutlichung des damaligen Wertverhältnisses kann für Dresden angegeben werden, dass der Tageslohn eines Handarbeiters 4 Groschen betrug und eine Kanne Bier 6 Pfennige kostete.

Roger Paul/Rebecca Wegener

Fundstelle

Fundstellen-Ort:

Neue Johannisvorstadt | C-41

Fundstellen-Beschreibung:

Die Johannisvorstadt liegt vor der mittelalterlichen Stadtmauer an einer alten Handelsstraße. Das Viertel umfasste Wohn- und Wirtschaftsgebäude und lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Ältere Befunde sind durch die Blockrandbebauung der Gründerzeit stark überprägt, die heute im Stadtbild nicht mehr zu erkennen ist. Zu den prägenden Gebäuden der Vorstadt gehörten, neben der Johanniskirche mit Friedhof, das Johannistor, das Spital St. Georg und das Gasthaus „Goldner Anker“.

Fundstellen-Typ:

Mikwe

Befund

Befund-Beschreibung:

Auf der Grabungsfläche wurden hauptsächlich Kellerensembles der Gründerzeit aufgedeckt. Von besonderer Bedeutung sind die Überreste des „Goldnen Ankers“, einer bekannten Gaststätte, die sich vor den Zerstörungen der Luftangriffe im Zwickel zwischen Dresdner Straße und alter Augustusburger Straße befunden hatte. Ihre Ursprünge sollen in einer Brennerei des 16., vielleicht schon des 15. Jahrhunderts liegen, aus der später eine Ausspanne in der Nähe des Johannistores vor der Stadt hervorging. Erhalten waren neben Resten des Inventars beispielsweise die Kühlzelle, ein aus Ziegeln errichtetes Weinregal sowie die Aufgänge zur Wirtschaft. Die Gaststätte wurde mehrfach erweitert, um- und ausgebaut.

Fundzusammenhang:

Die Münze stammt aus der Verfüllung der Mikwe.

Scanner:

Hexagon StereoScan neo 75mm | Streifenlicht | 0,02mm

Literatur

Peter Hiptmair/Rebecca Wegener, Ein seltenes Zeugnis jüdischer Kultur. Die neuentdeckte Mikwe in Chemnitz, Archæo 19, 2022, 4–15.
Rebecca Wegener, Zu den Herausforderungen der Errichtung eines archäologischen Fensters. Die freigelegte Mikwe in Chemnitz. Acta Praehist. et Arch. 55, 2023 (im Druck).
Stephan Weingart, Die Geschichte des „Goldnen Ankers“, Chemnitzer Roland 2022, Heft 3, 14–16.

Eigentümer/Nutzungsrecht

Landesamt für Archäologie Sachsen
AAS:00368996

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Permalink

https://archaeo3d.de/sachsen/2023-07-24_tr_0001/

Zitat des Beitrags / Citation

Roger Paul/Rebecca Wegener, 1/48 Taler, Brandenburg-Preußen, Mzz. A. In: Landesamt für Archäologie Sachsen, Website archaeo | 3D (15.08.2023). https://archaeo3d.de/sachsen/2023-07-24_tr_0001/


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